ca. 300 m² Flachs in der 7 — warum wir die älteste Textilfaser Hochfrankens ansäen und gespannt sind, wie weit wir damit kommen.
Eine spontane Idee, 2 Anrufe, ein Insta-Post und nun haben wir 300m² Flachs neben unserem Werkstattladen + Café 6°cooler: von dem Versuch, in einer ehemaligen Textilregion einen neuen (alten) Faden wiederzufinden. Und er lädt auch dich ein, dabei zu sein.
Alles begann mit einer Spinnerei...
...und mit 1qmLein - einem Projekt des TextilHandWerk e.V. aus Dresden. Mitmachen kann, wer auch nur einen Quadratmeter Lein ansät. Ziel des Projekts ist es, Wissen und Saatgut rund um den Faserlein zu erhalten. Mitmachen wollten wir auch: Denn wir hatten die Idee, Flachs auf unserer Grundstücksgrenze zum Nachbarsfeld anzusäen. Das gehört sich aber abgeklärt - mit der Nachbarin. Kurzerhand war sie überzeugt und der pachtende Landwirt ebenso mit im Boot: wir machen da ein Gemeinschaftsprojekt draus und aus der geplanten Grundstücksgrenze wurden ca. 300 m²...
Kurz für alle, die jetzt googeln wollten: Faserlein — auch Flachs genannt — ist jene Pflanze, aus der seit Jahrtausenden Leinen gesponnen wird. In Oberfranken war sie bis ins frühe 20. Jahrhundert allgegenwärtig. Das Textilmuseum Helmbrechts sowie das Bauernhofmuseum Kleinlosnitz bewahren dieses Wissen von Anbau zur Verarbeitung und Nutzung. Und wir wollen ein kleines Stück davon wieder lebendig machen.
Was daraus sicher nicht wird:
Eine vollstufige Textilproduktion für dein nächstes Leinenhemd.
Was daraus aber werden kann:
Textilien zu fertigen ist (und wird es voraussichtlich auch noch lange bleiben) HANDarbeit. In Gesprächen stellen wir immer wieder fest, wie überrascht Leute sind, dass Textilien (ja auch die der Fast Fashion...) von hand gefertigt werden. Zwar mit Nähmaschine, aber eben von Hand. Und geht man entlang der Prozesskette nach oben bis zum Anbau der Baumwolle, ist dem ebenso: überall braucht es Hände, die einen fairen Lohn verdient haben.
Der Rohstoff Leinen liefert kombiniert gleich drei Aspekte: Erstens können wir gemeinsam versuchen, wie aus einer Pflanze ein Garn und vielleicht sogar ein gewebtes Teil wird. Zweitens tragen wir im Kleinen dazu bei, Wissen zu erhalten, das wir innerhalb von zwei Generationen fast vollständig verloren haben. Und drittens: Leinen ist eine der wenigen Naturfasern, die regional, ohne Bewässerung und mit minimalem Einsatz wächst. Es ist — im wahrsten Sinne — das Gegenteil von Fast Fashion.
Das alles passiert hier in Schwarzenbach. Angrenzend an unseren Werkstattladen + Café 6°cooler erstreckt sich ein Feld, das im oberen Bereich mit dem Faserlein angesät wurde. Einfach vorbeikommen und bei einer Tasse Kaffee mehr über das Projekt erfahren.
Bist du mit dabei?
Diese Termine warten auf dich:
15. Juli - Hutzenabend / Infoabend im Café zusammen mit Livia Forche, Leiterin des Bauernhofmuseums Kleinlosnitz Juli — Abendlicher Feldrundgang zur Blüte September — Erntefest am Feld Oktober — Workshop: Vom Halm zum Garn
Bleib auf dem Laufenden und komm in unsere SUPPORTER Whatsapp-Gruppe.


jetzt mitreden
Hallo zusammen, das ist eine tolle Sache, auf die ich da gestoßen bin. Ich arbeite die “Schwälmer Stickerei” (seit 2 Jahren Immat.Kulturerbe) grundsätzlich nur auf Leinen, und gebe mein Wissen in Kursen und Vorführungen auch gerne weiter.Jemand, der sie beherrscht.Es gibt kaum noch Man kommt heute nur leider noch sehr schwer an das nötige Material. Ihnen viel Erfolg. lg,ee